von links: Helmut Leuprecht, Gerda Hilti, Dagmar Leuprecht, Hans-Peter Weiß, Klaus Hilti, Klaus Hilti, Gerd Schuh, hinter ihm seine Tochter, Ute Köpke, Lebensgefährtin von Hans-Peter Weiß, Brunhild Walser und Christine Schuh
65. Maturajubiläum
und 65. Jahrestag der „Philoktet“-Aufführungen unserer Klasse
in Bregenz und in Innsbruck
Klassentreffen in Innsbruck 15. – 18.06.2025
Erinnerung und Gegenwart
Es war bewegend, fröhlich, eindrucksvoll und begleitet von sommerlichem Himmel und strahlender Sonne. Zunächst noch bei wolkenbedeckten Berggipfeln, dann allerdings klar und lichtdurchflutet – schöner konnten wir uns das kaum vorstellen. Der Dank dafür gilt dem Himmel, für das Gelingen des Treffens freilich besonders dem Organisator, Dr. Helmut Leuprecht (Benjamin), der dieses Treffen nicht besser hätte vorbereiten können – dem Anlass, der Stadt und uns selbst entsprechend. In Innsbruck erlebten wir vor 65 Jahren den Höhepunkt der von Pater Dr. Adalbert Roder mit uns erarbeiteten Aufführungen des „Philoktet“ von Sophokles in griechischer Sprache im Tiroler Landestheater unter der Schirmherrschaft und einem Empfang durch den damaligen griechischen Botschafter in Österreich und dem Altphilologischen Instituts der Universität Innsbruck.
Im gleichen Jahr – 1960 – machten wir unsere Matura: also ein doppeltes Jubiläum des 65. Jahrestags. Wir haben es dankbar und fröhlich gefeiert, auch wenn von unserer 15-köpfigen Klassengemeinschaft damals inzwischen bloß noch 6 Kollegen leben, von denen 2 am Treffen aus Krankheitsgründen leider nicht Teil nehmen konnten. Dafür waren wie immer die Frauen und besonders auch die Witwen von Dr. Engelhard Frischmann (Frutti), Ully Frischmann, und von Dr. Hans Walser (Hans), Brunhild Walser dabei. Auch die anderen Witwen waren durch ihre Grüße und unsere Verbundenheit mit ihnen in unser Treffen eingebunden. Gut bedacht haben wir das Treffen taggenau mit der Würdigung und unseren Glückwünschen zum 85. Geburtstag des Darstellers der Haupt- und Titelperson des „Philoktet“, Klaus Hilti (Kegel) verbunden und begonnen. Seine Leistung damals bleibt bewundernswert, ebenso wie die seines Gegenspielers Neoptolemos, Ottmar Pritzer (Säfti), der allerdings als inzwischen Ältester unserer Gemeinschaft leider am Treffen jetzt nicht Teil nehmen konnte. Die Arbeit der Vorbereitungen und die Erfahrungen durch die Aufführungen des „Philoktet“ mit den Erlebnissen auf der Tournee nach Innsbruck und Südtirol haben damals unsere Klassengemeinschaft trotz aller Verschiedenheit unserer Charaktere und der späteren Lebensentwicklungen besonders zusammengeschweißt. Unser Dank gilt bis heute Pater Adalbert, der mit pädagogischem Bewusstsein und aus heutiger Sicht auch mit gesellschaftlichem Weitblick nach den Erfahrungen der damaligen Zeit den „Philoktet“ mit uns einstudiert hat. Das Stück, in dem es um Macht und Verrat, Vertrauen und Zusammenhalt geht, ist brennend aktuell.
Nach dem Empfangsabend mit der Feier des Geburtstags von Kegel in der Ottoburg, einem traditionellen Restaurant in der Innenstadt, galt der erste Tag des Treffens der freien Erkundung von Innsbruck. Erst am Abend dieses Tages konnten dann auch Hans Peter Weiß (Genosse) und seine Begleiterin Ute zum Treffen kommen. Das gemeinsame Abendessen mit ihnen fand im Restaurant „Lichtblick“ statt, wo wir über den Dächern der Stadt einen herrlichen Blick auf Innsbruck und auf die umliegenden Berge hatten. Nach dem gemeinsamen Frühstück am zweiten Tag folgte eine spezielle Stadtführung durch eine für uns speziell engagierte kenntnisreiche Führerin in der Hofkirche („Schwarzmander“-Kirche mit dem Kenotaph von Kaiser Maximilian I), in der Altstadt und in der Jakobskirche (Domkirche). Dabei ging es immer wieder um besondere Details und vor allem den Bezug auf das mittelalterliche Innsbruck zur Zeit und im Sinn Maximilians I auch an Hand von Bildern u.a. von Albrecht Dürer im Vergleich mit den späteren Erneuerungen in der Barockzeit; in der Jakobskirche wurde unser Augenmerk besonders auf das Marienbild von Lukas Cranach und auf die Orgel und die dreidimensionale Malerei der Deckenfresken gerichtet. Detailreich, außerordentlich kompetent und lebendig. Wir wären gern ihren Erklärungen noch länger gefolgt. Das ließ allerdings der Zeitplan nicht zu. Mittagessen in der Friedrichstraße unter dem „Goldenen Dachl“. Nach einer Ruhezeit ging es dann in Fahrgemeinschaften mit den Autos über Igls auf das südliche Hochplateau über Innsbruck nach Lans, wo wir einen Spaziergang zum Lanser See machten. Die schöne und auch ruhige Landschaft, die Berge und der herrliche Sommerhimmel nahmen wir in jeder Hinsicht als seelische sowie Augen-Freude begeistert wahr. Das gemeinsame Abendessen im „Wilden Mann“ in Lans wurde dann ein besonderer Höhepunkt der kulinarischen Genüsse und der fröhlichen Unterhaltung. Erst in den Nachtlichtern ging es dann die Serpentinen-reiche Straße hinunter zurück nach Innsbruck und ins Hotel. Das Frühstück am nächsten Tag galt dem Abschied. Dazu schenkten Kegel und seine Frau Gerda jedem von uns und sogar auch noch für Angehörige eine Flasche des Mehrerauer Klosterbiers. Es war unser 18. Klassentreffen von 20 geplanten, wobei die zwei ausgelassenen Treffen aus organisatorischen Gründen und wegen der Pandemie nicht stattfinden konnten. Beim Abendessen in Lans vereinbarten wir, uns in 1 Jahr in Würzburg wieder zu treffen. Die Vorbereitung dafür hat Dr. Gerd Schuh (Gerd) übernommen. Benjamin (Dr. Helmut Leuprecht) verdanken wir besonders unvergessliche Erinnerungen an das Treffen in Innsbruck. Unser Motto bleibt das der Mehrerau: „Non mergor“ – non mergimur.